Franz Anton Mesmer (1734 – 1815)

Die Hypnose hat Franz Anton Mesmer (1734-1815) wieder salonfähig gemacht. Die Kirche hat über vier Jahrhunderte die Hypnose unter Strafe gestellt, weil diese nach ihren Vorstellungen ein Werk des Teufels sei. Mesmer wusste aber nicht, dass er die Hypnose neu entdeckt hatte. Er selbst sprach vom animalischen (tierischen) Magnetismus. Denn am Anfang fertigte er Magnete in der Form von Organen an und legte diese auf die Problem beladenen Orgene. Bis er schließlich merkte, dass dies nicht notwengig sei. Dann führte er die „Mesmerischen Striche“ Animalischer Magnetismus aus.

Mesmer ist am 23. Mai 1734 als Sohn eines bischöflichen Jägers in Iznang am Bodensee geboren. Über die früheste Kindheit Mesmers ist so gut wie nichts bekannt. Messner soll nach der Volksschule zwei Jahre lang das Jesuitengymnasium in Konstanz besucht haben. Zwischen 1759 und 1766 studierte er Medizin.
Bis zum Jahre 1774 befasste er sich mit Physik, Mathematik, Philosophie und vor allem mit Musik.
Mesmer war bekannt mit Maximilian Hell und griff seine Idee mit den Magneten auf.

Bald erkannte Mesmer, dass er auch ohne Magneten die Patienten heilen konnte.
Bekannt von ihm sind die so genannten mesmerischen Striche oder auch Passes genannt. Diese Streichungen führte Mesmer etwa 5 cm über dem Körper des Patienten aus, ohne den Körper zu berühren.

Er begann langsam vom Kopf zu den Füßen im Abstand von 5 cm diese Striche zu machen. Wichtig dabei ist, das über die Füße in weitem Bogen hinaus gestrichen wird und beide Hände in weitem Bogen über dem Körper bis hinter den Kopf zurückgeführt werden.

Beide Hände des Ausführenden dürfen sich dabei nicht berühren. Einmal werden die Striche vom Kopf zu den Füßen gradlinig durchgeführt. Beim nächsten Mal wird wieder am Kopf begonnen und die Hände gehen an beiden Armen entlang zu den Händen des Patienten und werden dann wieder zusammengeführt und über die Beine bewegt.

Diese alte Technik hat auch heute noch Bestand. Es ist eine sehr wirksame Methode, die jeder selbst ausprobieren kann. Nach sieben bis 12 Minuten fühlt sich der Proband sehr entspannt und erreicht in der Regel einen Trancezustand.

Mesmer entwickelte daraufhin die Theorie, dass es im Weltall ein universelles Fluid magnetischen Ursprungs gibt.Dieses universelle Fluid durchdringt und beseelt alles lebendige. Mit lebendig verstand Mesmer Tiere, Pflanzen und Menschen. Ausgehend von dieser Theorie hat Mesmer sämtliche materielle Gegenstände und ebenso Bäume „magnetisiert“. Mesmer hatte spektakuläre Heilerfolge. Unter anderem heilte er eine Pianistin die seit ihrem vierten Lebensjahr erblindet war. Dies brachte ihm einflussreiche Feinde aus der damaligen Ärzteschaft ein.

Er floh von Wien nach Paris. In Paris fand er begeisterte Anhänger und Freunde. Mitglieder des französischen Hofes kamen als Patienten zu ihm. Darunter war sogar Marie-Antoinette.Bei seinen Behandlungen legte Mesmer keinerlei Wert auf die Einschläferung. Es kam ihm besonders darauf an, bei seinen Kuren die so genannten Heilkrisen zu erzeugen.

Bei seinen Kuren saßen die Patienten um einen mit magnetisiertem Wasser gefüllten Behältnis herum, aus dem viele Eisenstäbe herausragten. Diese Eisenstäbe wurden von den Patienten berührt und festgehalten.

Mesmer glaubte das dadurch der magnetische Strom von einem Patienten zum anderen gelangt. Hier spielte die Erwartungshaltung und die induzierte Autosuggestion einen nicht zu unterschätzenden Faktor, die zu erwartende Heilkrise auszulösen.Wenn der erste Patient in eine solche Krise fiel, kam es dazu, das die anderen Patienten ebenfalls etwas zeitversetzt in eine solche Heilkrise fielen. Aus heutiger Sicht wissen wir, dass hier das Gesetz der psychologischen Ansteckung in der Gruppe seine Wirkung entfaltete. Durch diese Krisen wurden die meisten Patienten von ihrem Leiden geheilt.

Der französische König ordnete 1784 eine Überprüfung der Lehren Mesmers an. In dieser Kommission waren alles Mitglieder der französischen Akademie der Wissenschaften.

Unter ihnen befand sich auch der Arzt Gullotin, nachdem später die von ihm entworfene Gullotine stammte.Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass Mesmers Theorie vom „tierisch-magnetischen Fluidum“ ein Schwindel sei.Sie wurde deshalb als unwissenschaftlich abqualifiziert. Mesmers große Heilerfolge schrieb die Kommission der Einbildungskraft der Patienten zu.

Die Anhänger Mesmers argumentierten gegen die Entscheidungen der Kommission. Die Kommission hätte die wichtigste Frage, wie so die Heilkrise bei Tieren ähnliche Symptome hervorbringt wie beim Menschen überhaupt nicht untersucht.Der König von Dänemark, der König von Bayern und der Zar von Russland befohlen den Ärzten ihres Landes, sich mit den Lehren Mesmers zu befassen.Somit kann Mesmer als Vorkämpfer der modernen Psychotherapie angesehen werden.Mesmer hat die Hypnose wieder entdeckt, ohne dass es ihm bewusst war, dass es die Hypnose ist.Er war der neue Wegbereiter und Wiederentdecker der Hypnose. Wer sich mit dem Leben von Franz Anton Mesmer näher beschäftigen möchte, dem sei das Buch von Stefan Zweig: „Die Heilung durch den Geist“ empfohlen.